Warum aussteigen?
ausgestiegen.com versteht sich einerseits als Möglichkeit für AussteigerInnen aus web-basierten sozialen Netzwerken der Welt mitzuteilen, dass sie ausgestiegen sind, andererseits als diskursförderndes Medium zum Thema web-basierter sozialer Netzwerke und ihre Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft.
Wir finden, dass der grassierende Wahn mehr oder weniger solide, tatsächliche oder nur erwünschte Beziehungen zu anderen Menschen über Webapplikationen abbilden zu wollen, mittlerweile unerträglich geworden ist. Er hat unserer Meinung nach den Zenith des Hypes, des Erfolgs und der Erträglichkeit überschritten. Millionen von Menschen werden in web-basierten sozialen Netzwerken de facto zu Voyeuren oder sie spionieren im Rahmen der "beruflichen Recherche" Kunden, Lieferanten oder Mitarbeiter aus.
Nie zuvor waren Menschen und ihre Beziehungen besser durchleuchtbar als heutzutage. Nie zuvor haben Menschen freiwillig mehr von sich selbst Preis gegeben als heutzutage. Nie zuvor haben Menschen so leichtfertig auf ihre Privatsphäre verzichtet wie heutzutage. Wir finden das faszinierend, schräg und irritierend zugleich.
Aber nicht nur die unreflektierte Bekanntgabe von intimen Daten ist faszinierend. Uns irritiert auch, dass sich Menschen freiwillig in sogenannte "walled garden"-Systeme begeben, wo Kommunikationsmöglichkeiten wie E-Mail und Chat nachgebaut werden, obwohl diese schon lange über freie Standards einfach verfügbar sind. Anstatt Freiheiten und Unabhängigkeiten zu schätzen und zu schützen, tauscht eine nicht unwesentliche Anzahl an Menschen diese gegen ein Versprechen an sozialer Bindung und Freundschaft ein, das web-basierte soziale Plattformen nicht einhalten können und werden. Stattdessen werden diese vermeintlich neugewonnenen Räume der sozialen Interaktion zu einer weiteren Plattform der kommerziellen Kommunikation - mit dem für das Marketing aber wesentlichen Unterschied, dass die Kommunikatoren die glaubwürdigsten aller denkbaren Gatekeeper und Multiplikatoren sind: nämlich die eigenen Freunde. Wir werden also zwei Phänomene in technischer Perfektion beobachten können: nämlich das der personalisierten Werbung anhand der vom Benutzer hinterlassenen Daten und sozialen Kontakte und die Instrumentalisierung der bestehenden Verbindungen zu anderen Menschen. Mundpropaganda ist das Beste aller Kommunikationsmittel.
ausgestiegen.com ist aber sicher nicht die Plattform, die der Misanthropie und der Einsamkeit das Wort redet. Wir erachten soziale Netzwerke sogar von existenzieller Wichtigkeit. Aber letztendlich bestehen soziale Netzwerke immer aus Menschen, völlig unabhängig von der Technik, die die Kommunikation und den Austausch ermöglicht. Vielleicht wäre es einfach wieder mal gut, jemandem einen Besuch abzustatten...
Teile uns Deine Erfahrungen und Gedanken zu sozialen Netzwerken mit!




Verein der Freunde des Aussteigens aus sozialen Netzwerken
Dank Telefonbuch.de bin ich
Bremen?
für welchen radiosender?
...ich bin bereit! was genau
War nie drin...
Virtueller Exhibitionistenclub
Ich bin ausgestiegen..
Das Leben im Netz habe ich
vielen dank für die einfachen
danke für die anleitung