Archiv der Ausstiegsmeldungen

Seit ausgestiegen.com im April 2009 online ging, gab es die Möglichkeit anonym (!) eine so genannte "Ausstiegsmeldung" zu verfassen, um im Internet öffentlich kund zu tun, dass man aus einem web-basierten sozialen Netzwerk ausgestiegen ist. Innerhalb der folgenden 3,5 Jahre wurden 4789 Austiegsmeldungen veröffentlicht in denen manchmal pointiert und lustig, manchmal auch frustriert oder gleichgültig bekannt gegeben wurde, dass man einem web-basiertem sozialen Netz den Rücken gekehrt hat.

Mit September 2012 wurde die Möglichkeit eine Ausstiegsmeldung auf ausgestiegen.com zu hinterlassen beendet. Die Qualität der Ausstiegsmeldungen der vorangegangenen Monate ließ darauf schließen, dass dieser Service entweder missbräuchlich verwendet oder aber falsch (im Sinne eines automatisierten "Kündigungsdienstes") verstanden wurde. Es ist weiters anzunehmen, dass die überwiegende Anzahl an Gründen, weshalb jemand ausgestiegen ist, im Lauf der Zeit dokumentiert wurde. Nicht zuletzt stellte die Administration der Ausstiegsmeldungen einen Zeitaufwand dar, den ich nicht mehr bereit war zu leisten. Aus diesen Gründen wurde die Möglichkeit neue Ausstiegsmeldungen anzulegen beendet.
Nichtsdestotrotz sind diese Ausstiegsmeldungen ein faszinierendes Zeitdokument. Sie begleiteten das Wachstum (bspw. Facebook) und den Niedergang (bspw. VZ-Netze oder myspace) von sozialen Netzwerk quasi als deren Antithese. Sie stellten die mitunter diffusen Befindlichkeiten von (ehemaligen) Usern ins Rampenlicht. Deshalb, und weil die Form der "Befragung" de facto standardisiert war, waren sie auch eine ideale Quelle für eine wissenschaftliche Betrachtung. Jeder Nutzer wurde nach einem Namen, dem Datum seines Ausstiegs, dem betreffenden Netzwerk und einem frei wählbaren Grund gefragt. Maria Hahn hat die daraus entstandenen Postings in ihrer Arbeit "Genug von virtueller Freundschaft?" nach den angegebenen Motiven untersucht. Eine für mich spannende Erkenntnis war unter anderem, dass es anscheinend ein "zu viel von etwas" gibt, dem man sich manchmal nicht anders entziehen kann, als sich komplett davon abzuwenden.
Webseiten sind Kinder ihrer Zeit und somit auch ausgestiegen.com. So wie den web-basierten sozialen Netzwerken sei es auch ausgestiegen.com gestattet sich zu verändern. Die Ausstiegsmeldungen haben aus meiner Sicht Ihren Beitrag zur Diskussion geliefert. Das Archiv der Ausstiegsmeldungen soll zur Dokumentation, zur Recherche und nicht zuletzt zur Unterhaltung dienen.

Summer Blubblub

Summer Blubblub ist von Facebook am 14.09.2012 ausgestiegen, weil "ich wollte doch nicht zu facebook denn ich habe nie zeit ür internet und das war mir anfangs nicht bewusst. MFG Summer"

martina stanzl

martina stanzl ist von Facebook am 14.09.2012 ausgestiegen, weil "ich nicht mehr will"

jeannekreuter

jeannekreuter ist von Facebook am 13.09.2012 ausgestiegen, weil "kein interesse mehr"

Roswitha Althoff

Roswitha Althoff ist von Facebook am 14.09.2012 ausgestiegen, weil "keine zeit mehr"

sami_gs66@hotmail.com

sami_gs66@hotmail.com ist von Facebook am 13.09.2012 ausgestiegen, weil "fad"

schmid brigitte

schmid brigitte ist von Google+ am 13.09.2012 ausgestiegen, weil "ich genug habe"

tamara

tamara ist von Facebook am 13.09.2012 ausgestiegen, weil "Keine Lust mehr"

Roswitha Althoff

Roswitha Althoff ist von Facebook am 13.09.2012 ausgestiegen, weil "...."

Firefox

Firefox ist von myspace am 13.09.2012 ausgestiegen, weil "myspace is better with IE9... http://iwastesomuchtime.com/on/?i=50507"

Jens

Jens ist von Facebook am 13.09.2012 ausgestiegen, weil ""Dass ein Abend mit Freunden mehr Erfüllung bringt, als dem Leben der anderen auf Facebook zuzuschauen, spricht sich allmählich herum; es soll tatsächlich Jugendliche geben, die ihren Facebook-Account stilllegen, um wieder Zeit für ihre Freunde zu haben." Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1863533/"
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